Der Tiny House Trend: Möglichkeiten für das Eigenheim und für Unternehmer

Foto: Tumbleweed Tiny Houses

Der Trend der Tiny Houses ist nun auch in Deutschland angekommen. Die Idee ist simpel: Maximal leben auf minimalem Raum. Und wenn auch der Gedanke an ein Zwergenhaus den einen oder anderen abschrecken mag: Es gibt wirklich schöne Tiny Houses, die auch enorm viel Platz und Stauraum bieten.

Angefangen hat die Bewegung unter dem Namen „Tiny House Movement“ in den USA. Faktisch gab es aber schon immer Menschen, die sich kleinste Lebensräume selber bauten.

Die Idee bei den Tiny Houses ist jedoch an ein paar Grauzonen und Freiheiten in der US Gesetzgebung angelehnt: Ein möglichst komfortables, voll ausgestattetes und winterfest isoliertes Haus, das man auf einen Anhänger baut und so überall mitnehmen kann. Die Zugkraft des eigenen Autos natürlich vorausgesetzt.

Anders als in Deutschland nämlich kann man an vielen schönen Stellen in der Natur campen, z.B. gibt es in Nationalparks spezielle Zonen, in denen man einfach sein Vehikel, oder in diesem Fall sein Tiny House, abstellen kann und dort campieren kann.

Da die meisten dieser Tiny Houses auch unter 100.000 US Dollar kosten, viele sogar im Bereich von 20 – 60.000, wird hier eine weitere Motivation deutlich: Den enormen Miet- und Immobilienpreisen zu entkommen. Denn nicht nur in Deutschland spielt der Markt verrückt. Auch in Übersee wird ein Eigenheim zunehmens teuer und die Finanzierung über eine Bank mit 30 jähriger Bindung an dieselbe ist vielen Amerikanern zuwider.

Das Vertrauen in die Banken ist (zurecht) nach der großen Finanzkrise gebrochen und viele sehnen sich dennoch nach einem Zuhause, das man besitzt. Das einem keiner nehmen kann. Erst recht kein Finanzriese.

Also ist nicht nur die Tatsache, dass man auf kleinem Raum weniger zu putzen hat, ein Vorteil eines Tiny Houses. Auch Faktoren wie Freiheit, Bezahlbarkeit und Selbstverwirklichung auf kleinem Raum, Rückkehr zum Wesentlichen, Leben mit nur den essentiellen Dingen um sich auf das zu konzentrieren, was einem wirklich wichtig ist, spielen eine große Rolle.

Natürlich dauerte es nicht lange, bis sich auch in Deutschland Anhänger für dieses Konzept fanden. Hierzulande gibt es zwar schon Freiheitssuchende, die sich dann in Schrebergartensiedlungen, auf Campingplatzen oder Bauwagenplätzen eine Wohnalternative geschaffen haben. Aber einen Bauwagen darf man nicht so einfach hinten ans eigene Auto hängen und durchs Land ziehen.

Und sowieso wissen Wohnwagenbesitzer, dass man hierzulande nicht einfach irgendwo parken und campen kann. Deutschland ist streng mit seinen Regelungen. Nicht zuletzt um auch Natur und Wohnviertel zu schützen vor zu ausgefallenen ver(un-)schönerungen. Denn Geschmack liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters.

Genauer betrachtet liegt enormes Potenzial im Tiny House Trend. So sind hierzulande schon viele Schreiner und Tischler unternehmerisch tätig geworden und haben eigene Tiny Houses entworfen und gebaut und bieten diese nun zum Verkauf an. Ob man das Haus nun auf einen Anhänger setzt oder auf ein Stück Land, das man besitzt: Auch für Architekten und Bauplaner bietet sich hier ein ganz neuer Markt, der mit innovativen Lösungen gesättigt werden will.

Interessant wird in Deutschland sicherlich auch der Service für Bauherren, mit den Behörden zu kommunizieren und gemeinsame Übereinkommnisse zu finden, die sowohl den Tiny House Besitzer als auch den Gesetzgeber glücklich machen.

Vielleicht werden ja auch in Deutschland ganze Tiny House Hotels gegründet oder Wohnviertel für Tiny House Siedlungen zur Verfügung gestellt. Auch hier sind die Möglichkeiten, unternehmerisch tätig zu werden enorm und bieten einen großartigen, noch unerschlossenen Markt an.

Sogar Inneneinrichter können hier speziell auf Tiny Houses zugeschnittene, clevere Lösungen für das Interieur bereitstellen.

Und nicht nur für Unternehmer ist das Konzept attraktiv. Auch vielen Privatpersonen wird es hierzulande wohl entgegenkommen, sich ein Eigenheim für weniger als 100.000 Euro leisten zu können. Angesichts der Immobilien und Mietpreise in Deutschland kein zu unterschätzender Faktor.

Es bleibt also spannend in der Tiny House Welt und genau so spannend ist es wohl, wie der Trend in Deutschland weiter Fuß fasst und in den verschiedensten Formen umgesetzt wird.

Fotos:

diyhousebuilding.com

Tumbleweed Tiny Houses

Guillaume @tinyhousegiantjourney

Studiobell Photography New Frontier Tiny Homes

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